RE: Probbleme mit kind
hallo zusammen,
das thema regt mich an, auch mal was zu schreiben ;-)
ich bin allein erziehend, und tabea ist jetzt acht, also aus diesen stadien schon raus.
nur so viel: es kommen neue, andere :-). anscheinend ist das leben eines kindes immer in irgendeiner phase, bis zum auszug. bestimmt ! selbst dann können sie noch zum bumerang mutieren ;-) - und zack, sind sie wieder da.
habe mich zu dem thema gerade-in-einer-phase viel mit anderen müttern unterhalten - je nach phase.
und wenn man im thema steckt, ist sowieso alles falsch, und nichts funktioniert. alle guten tipps bringen keine richtige besserung. was wohl daran liegt, das jedes kind ein eigener charakter ist, und dafür gibt es nun mal keine patentlösungen.
individualität ist gefragt, und auch ein bisschen instinkt. nicht immer versuchen, das beste zu machen, sondern das mögliche.
ein beispiel: das morgens anziehen wird jedes mal zur katastrophe.
so lange nichts ansteht - mir doch egal. dann eben nicht. und damit habe ich in meinem normalen tagesablauf weiter gemacht. tabea blieb etwas aussen vor - denn sie war ja noch nicht so weit, für den weiteren tagesablauf. irgendwann hat sie sich dann doch getrollt, denn wenn man so gar nicht mitkommt - das war ihr dann auch zu dumm. mal davon ab, das ich ihr nicht gedroht habe, von wegen das und jenes kannst du dann nicht machen, sondern nur erklärt habe, das sie genau das und das machen kann - wenn sie den schritt davor erledigt hat. um meine nerven zu schonen habe ich ihre verweigerung einfach zur kenntnis genommen.
sollte aber ein termin anstehen, und sei es nur einkaufen, dann musste sie.
so habe ich ihr gezeigt, das es dinge gibt, die man selbst entscheiden kann, und dinge, die eben gemacht werden müssen.
ganz spannend für kinder ist es, wenn man selbst mal nörgelt, es dann aber doch tut. das ist diese sache mit dem vorleben. habe ich keine lust, so wäge ich laut ab, ob ich das jetzt tu oder nicht. muss ich es tun, so mache ich es auch, nachdem ich mich etwas gesträubt habe. ab und an frag ich mein kind auch, was es selbst meint "sollen wir einkaufen gehen, oder essen wir die reste von gestern ?" sagt sie dann einkaufen, verschwinde ich nörgelnd/schimpfend im badezimmer, und föne mir schnell die haare. klappt wunderbar ;-).
ich denke, auch ein kleinkind sollte schon entscheidungen treffen dürfen - so lange sie nicht schaden. das gilt auch für anziehsachen. wenn sie patout nicht in die rote cordhose will, dann eben nicht. so lange es jahreszeittechnisch passt, konnte (und kann) sie frei wählen. da auch noch einen kleinkrieg anzetteln, das war mir zu plöde. und sie hat es aufgebaut, auch mal entscheidungsfreiheit zu haben.
erst wollen wir den kindern das leben beibringen, und dann verweigern wir den test wie es sich lebt. auch nicht richtig.
wir sagen nein, und akzeptieren kein nein.
wir wollen selbstständigkeit, und erwarten unterordnung.
ich denke, man sollte von der erziehung weg, und zum zusammen leben übergehen. und das heisst: kompromisse auf beiden seiten. ist nicht immer einfach, aber wenn man es etwas lockerer angeht, dann funktioniert das ganz gut.
jetzt mal ehrlich, wenn ich einen partner habe, dann denk ich doch auch nicht daran, was andere frauen in meiner situation wohl machen würden, wie sie wann reagieren, und was der beste weg ist.
warum wenden wir das dann bei kleinen kindern an ?
es ist doch nur eine andere art es zusammenlebens.
und einen schlechten tag hat jeder mal. wir erwachsenen sind es nur gewohnt, dieses nicht mehr auszuleben. kinder können das noch nicht. also lasst sie doch einen tag verquer sein. das hat mit richtiger oder falscher erziehung wenig zu tun. soll heissen: nicht sofort alles anzweifeln, was man so tut. und weniger auf andere achten, sondern mehr auf das kind. macht es im geschäft ärger, dann interessiert mich wenig, was andere denken. ich möchte lieber wissen, was die ursache ist. und habe trotz böser blicke in der kassenschlange verständnis, wenn mein kind schlecht geschlafen hat, oder anscheinend irgendwas ausbrütet.
recht hilfreich sind omas und opas, tanten oder gute freundinnen. einfach mal die kinder abgeben, und sei es nur für zwei stunden. die nerven auf beiden seiten können sich erholen, mama kann in ruhe etwas erledigen, oder auf dem sofa gammeln, und die kinder finden es interessant. ausserdem sind grosseltern meist nicht so angespannt. das merken die kinder auch. wichtig dabei: die grosseltern (oder eben jeden anderen) einfach machen lassen, auch wenn es total anders ist als zuhause. gerade das macht den reiz aus. und schädlich ist es auch nicht. :-)
für mich ist diese ganze schiene mit pädagogisch wertvoll und ihren richtlinien einfach schrott.
und ich denke, das es viele mütter sehr viel einfacher hätten, wenn sie sich nicht so von anderen beeinflussen lassen würden.
und diese hammerphasen, wo einem nichts mehr einfällt, die hat jeder dabei, egal, was er auch macht.
meine tochter hatte sich mit knapp zwei entschlossen, nachts nicht mehr zu schlafen. das waren harte zwei monate. immer ein bisschen länger und länger hat sie es rausgezögert, und kein trick half. ich habe zum schluss vor ihren bett gecampt, auf dem teppich. sie ist bis drei nachts durchs bett getobt, und ich hab versucht, ein bisschen auszuruhen. da ging nix, sobald ich sie mit ins grosse bett genommen hatte, ist sie ausgebüxt.
irgendwann wars vorbei, wie alle diese phasen, die irgendwie zur entwicklung gehören, in denen wir aber keinen sinn sehen. es gehört einfach dazu. zähne zusammen beissen und durch. das man da nicht immer nett und ausgeglichen ist gehört dazu. das ist eben leben. alles andere wäre utopie. und auch kinder müssen merken, das ihr gegenüber mal einen schlechten tag hat. sonst werden kinder weltfremd, und haben später unter umständen grosse probleme.
es wird nicht umsonst immer wieder empfohlen, kinder mit kindern zusammen zu stecken. wenn ein kind nicht will, dann sagt es nein, mein spielzeug. und nimmt es dem anderen kind wieder weg. wir erwachsenen sind da ja viel toleranter, wir stecken zurück. völlig falsch. mein ist mein ist mein. wenn ich nicht will, dann will ich nicht. das sollte es (in grenzen bitte) auch zwischen kindern und erwachsenen geben. das leben ist ein lernprozess ;-). ob das jetzt schlechte laune erzeugt, oder nicht, ist völlig belanglos. nur um des friedens willen ist das keine gute lösung. es rächt sich. und dann wirds schwer. ich glaube, das nennt man verzogen. *ggg*
was ich als auffällig empfinde, ist das beissen. habe eine nachbarin, deren sohn das immer machte. sie hat es als lästig empfunden. irgndwann konnte sie nirgendwo mehr mit ihrem sohn hin, nicht in die krabbelgruppe, nicht zu bekannten, nichts. hat dann ein paar halbherzige tipps bekommen, vom kinderarzt, von wegen ignorieren oder zurück beissen, und es würde so seine liebe zeigen, nur auf die falsche art und weise. das kind ist bis heute auffällig, und sie geht nun mit ihm zu einer therapie. da hätte man wohl viel früher ansetzen sollen, das hätte mutter und kind einiges erspart.
dagegen finde ich das werfen von dingen völlig normal. endlich gelernt, will man es doch ausprobieren. für uns völlig normal, und wir wissen, was passiert. kinder sind wiederholungtäter, manche sachen können noch und nochmal gemacht werden, ohne das langeweile aufkommt. eben sowas wie stiftung warentest, nur für das gehirn. passiert immer das gleiche, oder geht ein teller mal nicht kaputt ? da muss man eben ein paar fusseln am mund bekommen, durch erklären. vielleicht kann man alternativen anbieten, wenn das werfen so gefällt. weiche bälle in einen papierkorb, im park kleine steine ins wasser, oder ringe über kegel... . das etwas beschädigt wird sollte man verhindern.
auseinander nehmen bis zum exodus ist auch normal. dagegen kann man spielzeug anbieten, das auseinander genommen werden will. das fällt wohl in die sparte forschen und entdecken, und zeugt für mich eher von interesse als von zerstörungswut. man bedenke: unser wertegefühl ist nicht das eines kindes.
es ist eben nicht alles verhaltensauffälligkeit, was uns erwachsenen nicht passt.
es ist für uns erwachsene, für uns eltern genauso ein lernprozess wie für die kleinen.
man denke nur ans schenken. was hab ich alles pädagogisch wertvolles schon angeschleppt, spielzeug, das fördert, weiterentwickelt, kindgerecht verarbeitet ist, die phantasie anregt - und unbenutzt in der ecke lag. ;-)
nach jahren frust habe ich nun endlich gelernt: es wird geschenkt, was gewünscht wird.
ich halte überhaupt nichts von diesen plastik-barbies. aber sie werden bespielt, stundenlang. die sitzen im kinderzimmer zusammen am plastik-barbie-küchentisch, und pläudern über tagesgeschehen und erziehungsfragen ;-).
da ich ja nicht für mich schenke, sondern für tabea, ist das ok, und es gibt eben barbie. wo ich doch lego viel schöner finde... *ggg*
hm, schon wieder so lang geworden, dabei wollte ich doch nur mal eben kurz.... :-)
langes schreiben, kurzer sinn
eigenen weg finden, damit das zusammen leben klappt. letztendlich möchten wir doch alle ein selbstständiges und eigen denkendes kind, das seine persönlichkeit entwickelt, und keinen roboter.
und mit sachen, mit denen man nicht zurecht kommt: hilfe suchen. nicht zu lange warten, das schadet allen, eltern und kind.
ein schönes wochenende, andrea immer-noch-im-lernprozess[addsig]