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1

Freitag, 24. November 2006, 17:59

Wie erkläre ich meinen 3 Jährigen das er (k)einen Vater hat?

Hallo, bei meinem Kleinen bald 3 ist es leider schon jetzt soweit das er nach seinem Vater fragt. (Kein Kontakt seit 6 ter Lebenswoche)
Er hat schon beobachtet das es normalerweise Mama UND Papa gibt.
Wir haben uns Bilderbücher ausgeliehen (er darf aussuchen)
und dabei war ein Buch in dem es besonders um Vater und Sohn geht.
Jetzt schaut er sich z.B ständig dieses Buch an oder fragt gezielt zu wem
seine Spielkameraden mit Ihren Müttern nach Hause gehen..
Auch wenn er seine Hörspiele hört (z.B Lars der Eisbär, Wicki) spricht er kleine Textstellen von Vater und Sohn nach. Er hat sogar einen Bekannten gerade mit Papa-..benannt.
Also er fragt deutlich danach wo sein Vater ist, ob er einen hat.
Und bei seinem Vater es ist unabsehbar ob dieser mal für ihn da sein wird,
was ich mir aber sehr für ihn wünschen würde.
Der Vater will Kontakt steht aber seit Jahren unter Drogeneinfluss und hat dazu eine sich weiter abwärts entwickelnde Psychose.
Mann sieht ihn mittlerweile deutlich an,das er kaputt ist . Jugendamt und Familie meinen auch,das einem Kontakt zwischen den beiden in diesem Zustand nicht möglich ist. Ich hoffe natürlich das der Vater irgendwann wieder auf die Beine kommt (es will) was aber wohl wenn dauern wird.
So wie jetzt der Stand der Dinge ist kann ich meinen Kleinen nicht seinen Papa präsentieren..
Mir fiel bisher keine bessere Antwort ein als all die Menschen die ihn lieben und für ihn da sind aufzuzählen um ihn aufzuzeigen wen er alles hat. Aber diese Antwort hat ihn nur kurzweilig genügt.
Hat jemand eine Idee, denn ich hab ein scheiß Gefühl dabei wenn ich ihm sagen würde das er keinen Vater hat ,was ja dazu ja auch nicht stimmt. :roll:

LG

Gast

unregistriert

Gäste

2

Freitag, 24. November 2006, 18:57

RE: Wie erkläre ich meinen 3 Jährigen das er (k)einen Vater hat?

Wie wäre es mit ein bisschen Wahrheit?
Dem kleinen zu vermitteln, das er sehr wohl einen Papa hat, der ihn liebt, der aber derzeit krank ist, und es etwas dauert, bis er wieder gesund ist.

Und wenn er dann gesund ist, könne er seinen Papa kennenlernen.

So würde ich es machen.

Gruß Aninjha

Feuervogel

Anfänger

Beiträge: 1

3

Freitag, 24. November 2006, 19:29

RE: Wie erkläre ich meinen 3 Jährigen das er (k)einen Vater hat?

Hallo Gast.
Ganz meine Meinung, ich würde auch genau das tun, was Aninjha dir geraten hat. Und außerdem - hast du vielleicht ein Photo von deinem Ex? Kann ruhig von etwas früher sein, vielleicht aus der Zeit, wo ihr zusammen wart und er noch nicht so krank war - krank aussah.... Wenn es deinem Sohn gefällt, stell oder häng es auf in seinem Kinderzimmer. Dann hat er das Gefühl, einen Papa zu haben, er kann ihn angucken und vielleicht auch seinen Spielkameraden zeigen: guck mal das ist mein Papa. Und wenn er wieder gesund ist kommt er mich besuchen... Oder so ähnlich.
Die Tochter meiner Freundin hat ihren Vater (bis jetzt) nie kennen lernen dürfen. Meine Freundin hätte es sich so gewünscht für ihre Tochter aber der Ex stellt sich tot - kein Interesse. Sie hat aber die Fragen ihrer Tochter bezüglich ihres Vaters immer so ehrlich wie möglich - und eben altersgemäß - beantwortet. Ihre Tochter kommt soweit ganz gut klar damit (inzwischen 11 Jahre).
Wünsche dir und deinem Sohn alles Gute!
Gruß
Feuervogel
[addsig]

Salsera39

Anfänger

Beiträge: 1

4

Freitag, 24. November 2006, 19:40

RE: Wie erkläre ich meinen 3 Jährigen das er (k)einen Vater hat?

Kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen. Ich würde an deiner Stelle auch bei der Wahrheit bleiben. Mein 11jähriger Sohn hat auch keinen Kontakt zu seinem Vater, kennt ihn und hat ihn auch schon gesehen, jedoch lebt er im Ausland und ist mittlerweile mit einer Landsmännin verheiratet, weil seine Familie so stockkonservativ ist, besonders die Mutter.
Habe MIrco, mit Unterstützung meiner Mutter, erklärt, warum er nicht bei uns lebt, als er im Alter von 6 Jahren danach fragte und er gab sich damit zufrieden; fragt jetzt auch nicht mehr nach ihm.

Viele Grüße

Ulrike[addsig]

Sany

Anfänger

Beiträge: 1

5

Freitag, 24. November 2006, 20:04

RE: Wie erkläre ich meinen 3 Jährigen das er (k)einen Vater hat?

Guten Abend ...,
ich hatte ein ähnliches Problem....ich war bei einem Kinderpsychologen der mir folgendes gesagt hat :
Dem Kind die Wahrheit sagen.....aber KINDGERECHT.
Kurze,knappe Erklärungen geben:z.B:
Der papa wohnt nicht bei uns,weil wir uns nicht mehr verstanden haben.(nicht von Liebe sprechen)oder Der Papa ist nicht da,weil er krank ist.
(zu viele Erklärungen würden die Kinder überfordern und nicht verstehen)
Man macht sich als Mutter immer zu viele Gedanken und Sorgen....aber bleib bei der Wahrheit und dein Kind wird weniger fragen.................oder noch besser.
Mach doch auch mal einen Termin beim Kinderpsychologen...der kann Dir ganz genau sagen,*wie* man Kinderfragen beantwortet.
Lieben Gruss
sany[addsig]

Gast

unregistriert

Gäste

6

Samstag, 25. November 2006, 18:30

RE: Wie erkläre ich meinen 3 Jährigen das er (k)einen Vater hat?

Hallo, ich kann mich den Vorrednerinnen nur anschließen.
Mein Sohn ist zehn und hat keinerlei Kontakt zu seinem vater, da der dauerhaft im nichteuropäischen Ausland wohnt. Mein Sohn hat seit er drei Jahre alt ist immer wieder Phasen in denen er sehr traurig darüber ist und ich versuche halt immer ihm zu sagen, das ist o.k. so, ich verstehe dich. Manchmal überwältigt mich ein starkes Schuldgfühl.
Ich habe mich auch beraten lassen. Die Meinung der "Fachleute" ist immer, das Kind nicht anzulügen und nur sowiel zu erzälen, wie das kind altersmäßig verkraftet. Ich rede nie schlecht über den Vater, finde ich ganz wichtig. Vielleicht hat mein Sohn irgenwann mal die Chance ihn kennen zu lernen.
Grüße ... Monika

Lotta

Anfänger

Beiträge: 0

7

Sonntag, 26. November 2006, 10:49

RE: Wie erkläre ich meinen 3 Jährigen das er (k)einen Vater hat?

Vielen lieben Dank für eure Antworten !!
Die Wahrheit ist mir auch lieber und ich hatte jetzt auch schon einen Ansatz damit gemacht wo ich dann aber hinterher für mich geheult habe aus Angst das ich da hoffentlich nicht was schwerzhaftes für ihn eingeläutet habe.
Ich habe ihm gesagt das er einen Vater hat, diesen aber erst (mehrmal betont)kennenlernen wird wenn er ein großer Junge wie soundso ist und zur Schule geht. Mit der Aussage war er voll zufrieden, und ich hoffe das bleibt auch länger so, ansonsten werd ich dann einen Termin mit einem Kinderpsychologen machen.
Es hat mir dabei aber Angst gemacht das seine Augen als ich ihm das sagte dann soo geleuchtet haben, er sich selig und still darüber gefreut hat.
Er sagte nur: Ja, und Mama kommt mit.
Oh,oh ich hoffe nur sehr das seine Vater sich bis dahin hoffentlich auf die Reihe bekommen hat :roll: [addsig]

bantam

Anfänger

Beiträge: 1

8

Sonntag, 26. November 2006, 11:42

RE: Wie erkläre ich meinen 3 Jährigen das er (k)einen Vater hat?

Hy Lotte....

Zitat

Oh,oh ich hoffe nur sehr das seine Vater sich bis dahin hoffentlich auf die Reihe


Das ist doch schon ein bedenkliches Versprechen, was Du Deinem Kleinem gemacht hast,zugleich viell. ein Hoffnungsloses ???

Ich war selbst in der Lage wie Du, jeder riet was anderes....

Meiner lebt mit dem Satz...
Dein Papa ist ganz weit weg und wenn Du groß bist und Papa es möchte, fährst Du ihn besuchen.

Ich weiß etwas Hoffnung steckt auch in diesem Satz...

Ist blöde Situation, den Kleinen die Wahrheit - Kindsgericht zu vermitteln.

Grüße bantam[addsig]

Gast

unregistriert

Gäste

9

Sonntag, 26. November 2006, 12:55

RE: Wie erkläre ich meinen 3 Jährigen das er (k)einen Vater hat?

Hallo Bantam,
mein Gedanke war dabei noch das ich ihm das im Alter von vielleicht 7/8 Jahren besser erklären kann wie auch immer sich die Situation des Vaters entwickelt.Habe das"Ende" somit noch offen gelassen und hoffe das die Zeit für meinen Kleinen arbeitet. :-)
Gruß Lotta