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Samstag, 25. Dezember 2004, 09:51

Gelb/rote Karte für "Die Supernanny"

Der größte bundesdeutsche Psychotherapie-Verband regiert auf die Nachfrage von Eltern und warnt vor der RTL-Serie „Die Super Nanny“: Sie sei kein seriöser Erziehungsratgeber und widerspreche absolut dem fachlichen Vorgehen wirklicher Experten.

„Super Nanny“, eine neue RTL-Erziehungsreality Show, soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Die Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG), mit rund 4000 Mitgliedern der größte europäische Fachverband für Therapie und Beratung, reagiert auf Nachfragen nach Super-Nanny-Erfolgsrezepten und warnt Eltern und Erzieher davor, die Serie als seriöser Erziehungsberatung und Psychotherapie zu betrachten. Die in der Sendung präsentierte Methode entspricht in keiner Weise dem fachlichen Vorgehen in Erziehungsberatungsstellen und von niedergelassenen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Darum geht es: In „Die Super Nanny“ führt eine Diplom-Pädagogin vor, wie der effiziente Umgang mit ausgewählt verhaltensauffälligen Kindern funktioniert, wie anscheinend erziehungsunfähige Eltern (z.T. über Kopfhörer) trainiert werden, ihre völlig außer Rand und Band geratenen Kinder wieder zu disziplinieren.

„So sehr es zu begrüßen ist, wenn Medien Kindererziehung und familiäre Konflikte thematisieren, so sinnvoll auch einige dargebotene „Erziehungstipps“ („Geh’ zu deinem Kind auf Augenhöhe, wenn du mit ihm sprichst!“) isoliert betrachtet sein mögen“, erläutert Andreas Renger, Diplompsychologe und Mitglied der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie, „so besorgniserregend ist das von RTL präsentierte Format in seiner Gesamtaussage: Die präsentierten Eltern werden als ganz und gar inkompetent dargestellt, bestenfalls soll man nur Mitleid mit ihnen empfinden und ein Gefühl der Erleichterung, dass es bei einem selbst zu Hause zum Glück „so“ (noch) nicht aussieht!“
Damit unterscheide sich die Sendung nur wenig von dem Format anderer Sendungen im privaten TV, in denen Randgruppen (wie z.B. Messies) mit ihren Problemen zur Schau gestellt werden. Erst wenn sich die Eltern solcherart entwertet und ihre eigene Machtlosigkeit eingestehend der überlegenen Autorität der Super-Nanny unterwerfen, kommen sie auch wieder in den Genuss der neuen Macht, die ihnen die Beherrschung ihrer aus dem Ruder gelaufenen Kinder verspricht.
Aber die Super Nanny weiß es nicht wirklich besser! Was so griffig daherkommt, hält dem Erziehungsalltag nicht stand, wie auch in den Sendungen selber deutlich wird. Das bloße autoritäre Durchsetzen von Regeln – so sehr Kinder auch Regeln brauchen mögen – überfordert die Eltern vielfach, verlangt es doch von ihnen selber eine totale Einhaltung der Regeln, was auf Dauer viel zu anstrengend ist. Die eingesetzte Macht erschöpft sich und wird unwirksam, die Misserfolge sind vorprogrammiert. Am Ende müssen sich Eltern wie Kinder als Verlierer eines Machtkampfes fühlen.

Gesprächspsychotherapeutin Silke Pallmann,erläutert, dass Nachfragen in den Beratungsstellen nach dieser anscheinend so erfolgversprechenden Methode selbst von Lehrern oder anderen pädagogisch ausgebildeten Berufsgruppen, es notwendig machen, darauf hinzuweisen, „dass die in der Sendung präsentierte Methode nicht dem fachlichen Vorgehen in Erziehungsberatungsstellen und von niedergelassenen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten entspricht.“
Eltern müssen sicher sein, wenn sie fachliche Hilfe in einschlägigen Institutionen suchen, dass ihre grundlegenden Fähigkeiten geachtet werden, dass ihre elterliche Kompetenz nicht angezweifelt wird, dass gemeinsam mit Beratern oder Therapeuten und mit den in der Familie vorhanden Möglichkeiten und Stärken Lösungen für die häuslichen Probleme entwickelt werden.
Dass die gesteckten Ziele aber immer gemeinsam mit den Kindern, ihren Eltern gemäß ihren jeweiligen Bedürfnissen und Fähigkeiten umgesetzt werden. Erziehung erfordert Geduld und Einfühlungsvermögen in die Situation von Kindern. Eltern brauchen hierfür zuweilen Unterstützung von außen, aber sie brauchen keinen „Experten“, der es besser weiß und schon gar kein Super-Kindermädchen.
Einen guten und allen Beteiligten angemessenen Erziehung zu erarbeiten, ist häufig ein oft mühsamer, für die Betroffenen aber bereichernder, für Zuschauer jedoch ein weit weniger spektakulärer und weniger quotenträchtiger Prozess als die Verfolgungsjagd mit Kameramann, Kabelträger und Beleuchter hinter einem aufgedrehten Fünfjährigen durchs Reihenhaus.
www.gwg-ev.org
Endlich, denk ich mal!!
Ich selber habe es bisher nicht ausgehalten, es zu Ende anzuschauen, grad und weil ich aus diesem Berufsbild kommen.
Ich weis von einer guten Freundin, dass sich die Anfragen von verunsicherten Eltern in Erziehungsberatungsstellen häufen, mit der Begründung, es wurde die "Supernanny" geschaut. Es ist so schade, dass sich immer Eltern sich nicht getrauen, ihre Kinder aus dem Bauch heraus zu erziehen und vor allem die Bedürfnisse der Kinder und die Kinder an sich in den Mittelpunkt zu srellen.
Wo geht der Trend denn noch hin, als nächsten wurd wohl Hospitz"TV" kommen oder was?
Man, ich hab das Gefühl, wir sind so arm an Kultur und vor allem, an Selbstbewusstsein, dass Fremde unsere Wohnung neu machen (natürlich mit ausführlichem Niedermachens des Lebensraumes), lassen unsere Kinder erziehen...........Ich könnt noch so viel mehr nennen (ich sag nur Tauschmutter, Putzteufel, Frau Kalwas...)
Ich wünsch unseren Kindern wieder Realität.Und uns Elter(N): Klarheit und Mut zum Leben und zum Erziehen.So, wir wie es brauchen und machen, ohne alle Einflüsse reinzulassen oder Trende als wichtig zu erachten, sie als bindend zu nehmen.
Schöne Weihnachten und ein gutes Jahr 2005.
Ich hoffe, dass meines endlich mal zum Sonnenjahr wird;-))
Caosmum

refa

Anfänger

Beiträge: 1

2

Samstag, 25. Dezember 2004, 12:56

RE: Gelb/rote Karte für "Die Supernanny"

Hallo,
dreimal habe ich die Frau auf rtl- gesehen und das war mit abstand das qualifizierteste was ich im deutschen fernsehen über kleinkindpaedagogig gesehen habe.
das die kritik gerade von den verbaenden kommt, die teilweise immer noch einer ewig gestrigen vorstellung von umgang mit kindern haben ist natuerlich nicht verwunderlich.
Das privat-fernsehen zeigt auch nur einen bruchteil der mit den familien erarbeiteten konzepte, die teilweise tagelang zusammen sind.
Die konzepte der damen unterscheiden sich weitestgehend auch nicht der modernen praxis in den auserdeutschen indusrtielaendern.
Die darstellung der eltern trift in der erster linie den nagel auf dem kopf.
Wir haben es in deutschland zunehmned mit deiner emotionalen verwahrlosung von kindern zu tun.
Erst vor einigen tagen gabs mal wieder eine forschungsbericht der uni magdeburg darueber. Wo waren da die schlauen verbaende und haben angemahnt.
RTL bleibt RTL, mit seiner speziellen art die dinge herueberzubringen.
Das die weltweit am schlechtesten ausgebildeten erzieher jetzt rummosern kommt nicht von ungefaehr.
Qualitative veraenderungen in der deutschen bildungs und erziehungsgeschichte kam noch nie von der basis.
Die mangeldne emphatie der eltern ihrer kinder gegenüber- aus welchen grund sei hier dahingestellt- tut ein uebriges dafuer.
grus refa

[addsig]

Beiträge: 1

3

Samstag, 25. Dezember 2004, 16:02

RE: Gelb/rote Karte für "Die Supernanny"

hallo zusammen,

ich misch mich mal wieder ein, obwohl ich die sendung nicht gesehen habe. aber mir kommt mehreres hoch, und das will raus.

ich geh erst mal vom eigentlichen thread weg, und auf refa ein. denn hier gehts schon wieder um staat und gesellschaft, ein beliebtes thema, grad nach pisa.

"Qualitative veraenderungen in der deutschen bildungs und erziehungsgeschichte kam noch nie von der basis"
hallo ?
hier geht es um eltern und kinder. das sind die verantwortlichen. ich gebe meine erziehung doch nicht aus der hand. wer anders als ich sollte mein kind besser kennen ? ich will kein genormtes kind. und es gibt keine genormte erziehung, nur einen genormten bildungsweg. das ist ok so, denn sonst würde eine gesellschaft - ein leben mit vielen - nicht funktionieren. einzelunterricht ist utopie, und das wegrücken von gemeinsamkeit/gesellschaft gefährlich.

das manche erzieher schlecht ausgebildet sind erfährt man schon im kindergarten, in der schule geht es lustig weiter. das ein argument wie überforderung aufkommt akzeptiere ich nicht, denn es geht ja auch anders, auc hier in deutschland. wenn ich "überfordert" bin, dann habe ich einwandfrei den falschen job. da brauch ich auch nicht ewig neue wege suchen, das ist nur ablenkung vom eigentlichen problem.

was ich so gar nicht verstehe ist der negative spruch mit der gestrigen erziehung. ich bin selbst antiautoritär erzogen - das gabs mal, war damals modern ;-) - und ich finde den weg heute noch gut - wenn man ihn einhalten kann. sobald man damit nicht umgehen kann macht man zuviel verkehrt, und das gegenteil tritt ein. so ist es mit jeder erziehungsmethode. es gibt nicht den utimativen weg für alle. danach zu suchen (und den leuten das einzureden) ist die suche nach dem heiligen grahl.
aber erziehung bleibt immer, auch wenn das umfeld sich ändert, genauso wie liebe. das eingehen auf den gegenüber ist weder veraltet noch modern. und das alle immer schreien, das neue methoden her müssen zeigt m.e nur, das sie keine lust haben, und einen einfacheren weg suchen. einen, bei dem man anscheinend nur noch mit dem finger schnippt, und die welt ist schön.
tja, sucht mal schön nach völlig neuen wegen, es wird trotzdem immer eigener einsatz gefordert. und es wird sich nichts ändern, denn der hintergrund bleibt gleich.
und nicht vergesssen, die leute immer mehr verunsichern, alles in frage zu stellen, und jedes fisselchen negatives aufs system abzuschieben.

so viel dazu.


und nun kommen wir zurück auf die erziehung.

kinder aus dem bauch heraus erziehen ? äh, ehrlich ? kommt es nicht gerade deswegen zu diesen differenzen ?

es ist ein lernprozess, nicht nur für kinder, auch für erwachsene. und man wächst da rein, aber nicht automatisch. das ist aber kein instiktives verhalten. ich gehe nicht automatisch auf die bedürfnisse des anderen ein, sondern weil ich nachdenke. mein kind ist doch kein spiegelbild von mir, sondern ein eigener charakter. den ich als erwachsener erst mal erkennen muss, kennen lernen muss. und das kann entgegengesetzt von meinem denken sein.
ist bei mir so, meine tochter liebt völlig andere sachen als ich in meiner kindheit. ein lernprozess für uns beide.
das eingehen auf die bedürfnisse des kindes ist wichtig, aber auch das kind muss lernen, auf andere einzugehen. ein geben und nehmen.
ich kann doch nicht mein weltbild auf mein kind übertragen, es muss - schon zu seiner eigenen selbstständigkeit/selbstfindung - sich sein eigenes bild machen. ich kann also nicht aus dem bauch heraus entscheiden, sondern mit rücksicht auf mein kind im interesse des kindes.

die kinder als mittelpunkt hinzustellen halte ich für gefährlich. mein kind kann nicht der mittelpunkt im leben sein, nicht alles dreht sich um mein kind. DAS wäre realitätsfremd, und schliesst ein zusammenleben aus. denn zusammen ist ein nebeneinander, ein begleiten.

das heutige problem in der erziehung ist nicht die richtung. mehrere richtungen führen zum gleichen ziel, individuell auf das kind eingehen ist wichtiger als standards und einheitlichkeit. schwebt mein kind über dem boden, muss ich es zurückholen. steht mein kind fest auf dem boden, muss ich ihm das fliegen beibringen.

aber - ich kann mir sehr wohl anregungen von aussen holen. der mensch ist ein tier, das durch nachahmung lernt. ich muss nur wissen, was für mich und meinen weg das beste ist.

ich empfehle hier mal allen eltern das buch "smart love, erziehen mit herz und verstand". und zwar nicht, um ihre kinder so zu erziehen, sondern um ihren eigenen blickwinkel zu erweitern, um ihr kind vielleicht anders zu sehen, um sich anregungen und neues denken anzueignen. aber - wie jedes buch ist das nicht die einzige wahrheit ! dieses buch ist (wie alle schönen tipps) nicht ein erziehungsratgeber, sondern soll nur das überdenken anregen.
ich kann die sommerhill oder waldorfmethode gut finden, aber überall finde ich dinge, die im meinen leben nicht kompatibel sind. individuallität ist gefragt.

erziehung ist schon arbeit, und manchmal nervenaufreibend. denn erziehung ist nichts anders, als auf eine selbstständiges leben vorbereiten, einen charakter zu fördern, selbstbewusstsein zu stärken. und das böse wort höflichkeit nicht zu vergessen. ich möchte keinen einzelkämpfer aus dem boden stampfen, keinen egoisten, aber auch keinen mitläufer ohne eigene meinung.

erziehung ist aber eigentlich doch nur ein leben miteinander. nichts schwieriges, wenn ich das zusammenleben einigermassen beherrsche. ich lebe vor, und muss nur selten korrigieren. mein kind wächst, und mit seinem wachsen wächst auch seine persönlichkeit.
was ich bis jetzt sehe ist das gegenteil von mir. aber ein klasse kind ! wenn es diesen weg (der eben nicht meiner ist/wäre) weiter verfolgt, dann ist nichts falsch gelaufen. egal, was man mir auch von erziehung noch erzählen will.
das kind ist ein individuum, ein einzelner mensch, ein charakter, ein selbst. und das soll es bleiben. aber es soll auch ein mensch werden/sein, der mit anderen zurecht kommt und trotzdem seine eigene meinung behält.
das ist erziehung, der rest ist bildung.

so einfach ist das. stärken unterstützen, schwächen korrigieren, anderssein akzeptieren, und die welt individuell erleben. und ganz viel liebe.

andrea[addsig]

Beiträge: 1

4

Samstag, 25. Dezember 2004, 16:09

RE: Gelb/rote Karte für "Die Supernanny"

sorry, die methode heisst natürlich summerhill *ggg* - und das zu weihnachten, war wohl wunschdenken....[addsig]

refa

Anfänger

Beiträge: 1

5

Samstag, 25. Dezember 2004, 21:46

RE: Gelb/rote Karte für "Die Supernanny"

Hallo andrea,
natürlich habe ich nicht gesagt wie ich mir dass vorstelle oder was ich mit „moderner“ Erziehung verstehe, dass führt zu Verständlicherweise zu Missverständnissen
Auch möchte ich jetzt aus Zeitgründen nicht näher darauf eingehen, wieso wir gerade in Deutschland ein schon fast pervers pädagogisiertes system haben. Das hat viel mit der deutschen Geschichte, insbesondere der Nachkriegszeit und den Veränderungen mit der 68-ziger Bewegung zu tun.
derzeit sind alle etwas desorientiert und insbesondere durch die Vielzahl auf sich allein gestellten Eltern, die an ihren grenzen stoßen, wird alles noch viel schlimmer.
Im gebiet der ex ddr gab es dann noch besondere abarten von Vorstellungen der Kindererziehung. Mich befällt da immer von neuen ein schauer, wenn ich an einem leer stehenden haus vorbeifahre wo groß „Kinderwochengrippe Sophie Scholl“ draufsteht. Montags um 6 abgegeben und Freitag abends wieder abgeholt, damit Mami den soz aufbauen kann.
Na ja.
Jedenfalls zu Thema,
„“Qualitative Veränderungen in der deutschen bildungs- und Erziehungsgeschichte kam noch nie von der Basis“".. ist deutsche Realität und einhellige Wissenschaftsmeinung über das deutsche Kinderbetreuungssystem. Das entsetzt in sofern, weil qualitative mindeststandarts z.b in deutschen Kindergärten per gesetzt angeordnet werden müssen. Mit Qualität ist z.b gemeint, dass die Kinder auch mal angeregt werden etwas selbst zu entwickeln, Ausflüge, Gewaltprävention etc. In fast allen Bundesländern gibt es dazu derzeit Empfehlung für den Umgang in Kindergärten, die zum teil auf massiven widerstand der erzieherzinnen stoßen. Darin sind sie aufgefordert, auf die Persönlichenbedürfnisse jedes einzelnes Kind einzugehen, es anzuregen und in seinen stärken zu fordern.

„“was ich so gar nicht verstehe ist der negative Spruch mit der gestrigen Erziehung““ mit gestriger Erziehung meine ich die standarts in deutschen kindergärten und schulen BEISPIELE:
Das Kind wird in Deutschland als OBJEKT erzieherischen Bemühens gesehen. KOTZ WUERG. Das Kind muss aber als SUBJEKT seines Handels oder als Akteur seiner Entwicklung gesehen werden.
In Deutschland führen und lenken Erwachsene die kindliche Entwicklung, kotz weiter.
KINDLICHE ENTWICKLUNG IST ABER SELBSTENTWICKLUNG:
In Deutschland werden Kinder nach wie vor als unfertige Menschen gesehen, die Autonomie des Kindes wird weitestgehend ignoriert. Es wird von den Kindern gefordert, sich schnell an die Welt der erwachsenen und den Erwerb der für die Gesellschaft erstrebenswerten Eigenschaften anzupassen.

Kinder sollen letztendlich dazu gemacht werden, was die Gesellschaft derzeit ist, naemlich ziemlich krank und degeneriert. Übrigens beim Thema Antiautoritär ist man auch nur von einem extrem ins andere gefallen.

na ja heut nicht mein tag , muss noch eine Beurteilung schreiben .

Es gibt einpaar Widersprüche in deinem text auf die ich vielleicht noch mal eingehe, betraf den Einzelunterricht und das die Eltern allein für Erziehung zuständig sind.
Ersteres ist falsch und widerspricht auch vollständig dem was du unten –vollkommen richtig—über die individualitaet geschrieben hast.
Was wir brauchen ist eine schule, in der alle Schüler gehen, die ohne beine und die mit, die ohne verstand und die mit und die von Alkoholikern und die deren Eltern zusaetzlich noch was anders sind. Innerhalb dieser schulen, muss aber ganz individuell auf die Bedürfnisse und Anforderungen des einzelnen eingegangen werden. Siehe z. b die methodenin den skandinavischen laendern oder in den meisten freien privat schulen, nicht z verwechseln mit den walsdorfschulen, --noch mal doppel kotz--
das system die schwachen wegzuwerfen und sich ein paar IT Experten aus Indien zu holen, zeigt wie Menschen unfreundlich unser system ist.

gruss refa

PS meine drei sind übrigens alle grundverschieden und darüber bin ich sehr froh. Die eine war absolut pflegeleich, mit dem jungen gibt’s immer machtspiele und letzte hört auf nichts und niemand. Natürlich habe ich von den kleinen süßen Bestien viel gelernt. Das lernen von Eltern an ihren kinder muss aber seine grenzen haben, da wo es fuer die entwicklung der kinder schaedlich ist. kinder sind keine erzieherischen experementierfelder. Es muss nicht an jedem Kind das rad neu erfunden werden, irgendwas sollte doch der Mensch aus der Vergangenheit lernen.
[addsig]

Beiträge: 1

6

Sonntag, 26. Dezember 2004, 17:25

RE: Gelb/rote Karte für "Die Supernanny"

argh !

hallo refa,

du schreibst schon wieder nur über ein erziehungssystem - du bist voll auf staat und bildung, nicht auf erziehung, nicht bei dem part eltern und kinder.
oder sollte es im gesetz verankert werden, das man erst nach einer pädagogisch/therapeutischen schulung schwanger werden darf ?

wenn die lieben kleinen mit sechs oder sieben die schule zum ersten mal betreten ist die prägende erziehung schon so gut wie abgeschlossen. das endet nämlich so ungefähr mit acht. dann ist nur noch feinarbeit gefragt, was bis dahin versaubeutelt wurde, ist schwer bis gar nicht aufzuholen.

ein bisschen was zur schulbildung:
es ist egal, was man noch herbeireden möchte und wird, es wird nicht gelingen alle kinder auf den gleichen stand zu bringen. menschen sind verschieden. du kannst keinen einheits-iq heranzüchten, und das auch von keinem system verlangen.
zu all den dingen mit einheitlich und alle zusammen sei dir nur empfohlen, dich mal in eine erste klasse zu setzen. 45 minuten für 20 oder mehr kinder - da möchte ich dein drauf-eingehen sehen. es werden immer welche auf der strecke bleiben, und bei dir sinds dann die, die ruhig und still einigermassen mitkommen - und von fördern wäre da keine spur. wenn du ein kind mit seinen stärken und schwächen fördern willst, dann geht es wohl besser im ähnlichen umfeld.
übrigens haben körperliche behinderungen und äussere umstände nichts mit iq und erziehung zu tun, deshalb verstehe ich das herausstreichen von dir da nicht.

es ist eigentlich müssig, sich hier über eltern auszulassen, die sich nicht genug um ihre kinder kümmern - denn die besuchen solche seiten wie diese hier auch nicht.
wenn du dir mal einen elternabend auf der hauptschule und dem gymnasium antust, siehst du auch einen unterschied. denn nicht alle hauptschüler sind dümmer, sie wurden nur zu hause anders behandelt.

zu den waldorfschulen - den richtigen waldorfschulen - wo ist da dein problem ?
informier dich mal, was aus den abgängern geworden ist. durch die reihe weg selbstbewusst, kreativ und kooperativ, mit eigenen ansichten und einer weltanschauung, die weit über den normalen tellerrand rausreicht.
ist aber nicht für jedes kind die richtige schule - meine meinung.
und es liegt wohl auch daran, das diese eltern sich natürlich intensiv mit ihren kindern und deren leben beschäftigen.

so, und nun zu deinem bockigen kommentar zur sache antiautoritär.
wo liegt da dein problem ? antiautoritär hat vieles gebracht, gutes, und änderungen gehen meist nur, wenn man krass genug agiert.
die 68er haben den kindern heute viel gebracht. dort wurde öffentlich aufgefordert, das es verboten gehört kinder zu schlagen - heute ist ein gesetz draus geworden.
die 68er haben aufgefordert, kinder als fertige menschen zu sehen, ihnen freiraum zu schaffen, sich zu ihnen zu bewegen, und nicht andersrum.
die 68er haben aufgefordert, nicht zu bestrafen, sondern drüber zu reden, erklären, und auch zuzulassen.

ich bin kein kinderladenkind, aber hart an der grenze. und ich möchte keine minute meiner kindheit ungeschehen machen. ich war immer ein mensch, ich wurde nie bestraft, ich habe denken und handeln gelernt - auf mich abgestimmt. ich durfte immer das als wichtig ansehen, was mir wichtig war, in meinem kindlichen denken. was ich gemacht habe wurde mir auch zugetraut. und ich wurde gelassen. was ich nicht konnte wurde mir beigebracht. und - ich war immer dabei, nie ausgeschlossen.
komischer weise wusste ich immer, was höflichkeit und freundlichkeit bedeutet, konnte sie und du unterscheiden und habe mich bedankt, ohne das mir einer in den rücken stupsen musste.
man hat mich dazu erzogen, das ich für mein tun und handeln verantwortlich bin, indem ich tat und handelte. bei all dem habe ich immer einen festen punkt gehabt, einen halt.
ich bin in eine ganz normale schule gegangen, aber die hat mich kaum geprägt. sie hat mir unterrichtsstoff vermittelt, all das, was als angelerntes wissen vermittelt werden kann.
das hat gereicht, ich habe nichts vermisst.
ich bin nicht irgendwann aufgewacht, und hab mich vor der realität erschrocken. die welt damals war keine andere als heute, es war meine welt - und sie ist es immer noch.

erziehung, egal wie sie aussieht, geht von den eltern aus, nicht vom system, nicht vom staat, nicht von der schule. und - nur so bleibt die individualität vorhanden.
dabei bleibe ich, das läuft getrennt.
unser schulsystem scheitert, weil die eltern keine verantwortung für ihre kinder übernehmen wollen. weil sie sich nicht mit ihren kindern beschäftigen.
wenn ich morgens zur arbeit fahre, dann sitzen die ersten kinder schon vorm fernsehen - vor schulbeginn.
im kindergarten gibt es kinder, die zum ersten mal eine schere in der hand haben, keinen stift halten können - aber das programm bis abends neun auswendig wissen.
in der schule werden es immer mehr kinder, die keine ganzen sätze sprechen können - dabei sind sie eigentlich schlau. und die zum ersten mal ein buch in der hand haben. dafür sind sie schon im internet.

das, was deine kinder werden, das werden sie aus sich heraus, und aus deinem tun. sachen, die von aussen kommen, beeinflussen nur bedingt negativ (oder auch positiv), wenn der halt der familie jederzeit gegeben ist.

die, die heute so laut nach dem staat schreien, die würden ihre kinder und die verantwortung dafür lieber sofort abgeben, komplett.

es liegt nicht am system, es liegt an der gesellschaft. und so lange sich da nichts ändert können wir jedes x-beliebige schulsystem aus allen ländern der welt kopieren - es wird sich nichts ändern.

andrea
[addsig]