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Dajole

Anfänger

Beiträge: 1

1

Montag, 26. Februar 2007, 22:28

Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

Weiß jemand rat?
Seit einger zeit hat meine tochter (6) probleme beim einschlafen. sie ruft mich jeden abend noch einmal ins zimmer und sagt mir sie habe angst ich könne sterben. sie wüßte dann nicht was sie machen soll, weil sie dann ja mit ihrem kleinen bruder (3) allein sei.

ich habe ihr zunächst gesagt, dass das nicht passieren wird, weil man nicht einfach so stirbt. die aussage hat ihr aber nicht gereicht "was ist wenn es doch passiert?" habe ihr gesagt sie könne in diesem unwahrscheinlichen fall dann ja oma anrufen - "ist oma auch zuhause?" am liebsten würde sie jeden abend telefonisch rücksprache halten, ob oma zu hause ist.

heute kam dann der hammer - "wenn oma auch stirbt?" jetzt hat sie einen zettel mit der telefonnumer der polizei an ihrem bett kleben, damit sie dort anrufen kann, wenn etwas passiert....

Woher hat das kind diese gedanken? ich kann mich daran erinnern, das ich als kind auch angst hatte meine mama könnte sterben, aber nie in den ausmaßen. Vielleicht noch ein paar hintergründe zu unserer situation: ich bin seit 11/2 jahren ae und der kv ist direkt nach der trennung 100km weit weg gezogen. mit dem kontakt zum vater läuft es trotzdem sehr gut, die kinder sind alle zwei wochen bei ihm und genießen die WE auch. ich komme inzwischen auch ganz gut mit der neuen situation klar und wir können vernünftgi miteinander reden.

ich weiß nicht wie ich diesegedanken meiner tochter einordnen soll. manchmal denke ich sie trägt eine riesige last auf ihren schultern und trägt noch große trennungsämngste mit sich herum und grübelt, wie sie im fall des falles die situation für sich nd ihren bruder meistern kann. manchmal denke ich auch sie macht nur theater. hat jemand schon mal ein ähnliches verhalten bei seinen kindern erlebt? Woher kommen solche gedanken bei einer sechsjährigen (sie ist in den momenten wirklich unglücklich und regelrecht verzweifelt, glaube eigentlich nicht, das sie so etwas spielt)? Wer weiß rat?

lg dagmar[addsig]

Dajole

Anfänger

Beiträge: 1

2

Montag, 26. Februar 2007, 22:56

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

ach ja, habe noch was vergessen. als ich as problem mienr tochter mit dem kv besprochen habe,hat er mir gleiche fragen bei hm am we bestätigt!

lg dagmar[addsig]

Aninjha

Anfänger

Beiträge: 0

Gäste

3

Montag, 26. Februar 2007, 23:01

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

Hallo Dagmar,

ich kenne diese Ängste, von beiden Kindern her, bei der großen kamen diese, während wir noch eine Familie waren.

Auslöser dessen waren wohl, das kurz vor Ostern im Kindergarten die Geschichte Jesus( Kreuzigung, Tod, Auferstehung) ganz vorrangig an Geschichten Platz dort hatten (könnte bei Euch, da wir kurz vor Ostern stehen) vielleicht auch ein Auslöser sein, das der Grundgedanke der kleinen großen dahin geht?

Andersrum....ich habe niemals einen der Kinder gesagt, es könne nie passieren, das Mama oder Pa mal ohne Vorwarnung sterben könnte.....denn das würde ich als Lüge am Kind sehen.

Meine Kinder haben 2001 (damals 6 und 4) viele Verwandte und Freunde bemerken müssen, die plötzlich nicht mehr da waren. Vater z.b. der besten KiGa Freundin, der per Unfalltot verstarb, eine Woche später der Patenonkel etc.

Ich denke, und glaube, man muß das Thema wirklich offen und behutsam angehen. Denn was nützt es, wenn ich heile Welt vorgaukel (Mama und Papa sind ja nicht krank), und Mama/Papa trotzdem innerhalb von Minuten für immer weg sind?

Kindgerecht versuchen zu erklären bei fragen, würde ich so sagen.....und vielleicht mal in der Kita fragen, ob Ostern ein aktuelles Thema ist.

Wäre so das, was mir zu allem einfällt, so spontan.[addsig]

Gast

unregistriert

Gäste

4

Dienstag, 27. Februar 2007, 07:45

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

Hallo aninjha, schon mal gut zu hören, dass meine tochter kein einzelfall ist. mit der kita hat das ganze jedoch definitiv nichts zu tun, denn dort werden die kinder nicht christlich erzogen, ostern ist also kein thema.

Ich habe den kiddies auch nie gesagt, dass der tod nicht einfoch so kommen kann. bei johanna geht es aber immer um die eine nacht und was passieren würde wenn ich in dieser nacht sterben würde, oder eben papa und die neue freundin, wenn sie bei ihnen ist. da empfinde ich es als okay, wenn ich sage, dass ich in der nacht nicht sterben werde, weil wir ja zuhause sind und ich auch nicht krank bin.
generell sprechen wir natürlich mal über die möglichkeit, dass jemand aus der familie sterben könnte, und das dieses auch träurig ist. johanna hat das auch schon erlebt, bei einme onkel von mir, der uns relativ nah stand. ist aber schon einige zeit her und kein thema mehr.

wäre dankbar für weitere kommentare von euch allen.

lg dagmar, dajole, wieder nicht angemeldet 8irgendwann lern ichs noch)

Gast

unregistriert

Gäste

5

Dienstag, 27. Februar 2007, 08:18

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

Hallo Dajole,

ich bin kein Psychologe und will mir eine Interpretation auch gar nicht anmassen. Aber so wie Du es beschreibst, ist es ein Thema für das Kind. Warum auch immer. Vielleicht suchst Du einmal eine gut sortierte Buchhandlung auf. Es gibt - ohne das ich Dir hier jetzt Titel nennen kann - sicher hilfreiche und für Kinder gut verständliche Literatur zu diesem Thema.
Ich weiß nicht woher Du kommst, in Köln würde ich Dir die Herder Bücherrei an Herz legen. Ich weiß nicht, wie Du zur christlichen Erziehung - unabhängig von der Konfession - stehst, aber Büchereien mit diesem Backround können da meistens sehr gut weiter helfen. Eine weitere empfehlenswerte Adresse sind grundlätzlich die Klosterbücherrein. Bei uns ist das Kloster Maria Laach ganz in der Nähe und herrvorragend sortiert.

LG
Jamsession

jamsession

Anfänger

Beiträge: 1

6

Dienstag, 27. Februar 2007, 08:19

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

und schon wieder war ich angemeldet und stehe nun wieder als Gast im vorum :-x
der Beitrag war natürlich von mir!

jamsession[addsig]

inesk

Anfänger

Beiträge: 0

7

Dienstag, 27. Februar 2007, 15:04

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

Hallo an Alle!

Ich kann euch da ein tolles Buch empfehlen, wie man mit Kindern den Tot verarbeiten kann. Manchmal ist für solche Fragen auch eine Situation im Kindergarten oder bei Freunden ausschlaggebend. Nicht immer sagen die Kinder wo sie die Gedanken her haben.

Das Buch ist von Willi Everding und heißt "Wie ist es tot zu sein".

Habe bis jetzt selber nur Auszüge gelesen, da es meiner Tochter gehört (angehende Erzieherin). Es ist super geschrieben. Man denk selber über manche Dinge ganz anders, wenn man es gelesen hat.


Liebe Grüße Ines :roll:

Sany

Anfänger

Beiträge: 1

8

Dienstag, 27. Februar 2007, 17:22

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

Guten Abend Dagmar,

warum wartest Du soooooo lange?!Ich würde an Deiner Stelle zu einem Kinderpsychologen gehen.
Dein Kind quält sich...und es geht Euch beiden nicht gut.

L.G
Sany[addsig]

Feuervogel

Anfänger

Beiträge: 1

9

Dienstag, 27. Februar 2007, 18:29

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

Hallo Dagmar,

ich muß dich leider korrigieren, was den (möglichen) plötzlichen Tod von bis dahin gesunden, relativ jungen Menschen angeht:
ich habe bis letztes Jahr auch immer geglaubt (wie du vermutlich), daß junge Menschen (ich sage jetzt mal so zwischen 30 und 50) unerwartet höchstens mal den Unfalltod sterben - und mußte die Erfahrung machen, daß es Leute dieses Alters gibt, die wirklich ohne Vorwarnung tot umfallen.
Ein schrecklicher Gedanke, vor allem wenn man Kinder hat und sich fragt (umso mehr als Ae) was aus ihnen "im Falle des Falles" wird. Also, es kann immer passieren, aus unerfindlichen Gründen. Es nutzt nichts, die Augen davor zu verschließen und, wie Aninjha richtig sagt, sich vor seinem Kind u.U. unglaubwürdig zu machen.

Was deine Tochter angeht (auch ich bin keine Psychologin), vermute ich mal, daß deine Tochter zur Zeit unter Verlustängsten leidet. Das mag an eurer Trennung liegen, oder aber, daß sie schlicht in das Alter kommt, wo sie eine Ahnung davon bekommt, was es heißt "tot" zu sein. Dafür reicht dann schon der Tod eines (liebgewonnenen Haus-) Tieres...

Ich schließe mich deshalb Sany an und empfehle Dir deshalb dringend entweder den Gang zu einem Kinderpsychologen oder zumindest zu einer Beratungsstelle, wo man dir dann hoffentlich weiterhelfen kann.

Liebe Grüße
Feuervogel
[addsig]

Beiträge: 1

10

Dienstag, 27. Februar 2007, 18:41

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

Hall Dajole,

mir fallen da ein paar Sachen ein, vielleicht helfen sie.

Ich glaube diese Phase, über den Tod nachzudenken (Kinder sehen das in dem Alter ja nicht so entgültig wie die Großen) ist ganz normal, hatten meine beiden Söhne auch.

Vielleicht ist es ja so, dass die Kiddys die Trennungen von Mama und Papa auch als eine Art "Tod" sehen. Jedenfalls ist es eine Trennung, und das ist das Sterben auch. Vielleicht leidet sie zu dem normalen Prozess unter eben dieser, gerade, weil sie ja zwischen Pa und Ma pendelt (bzw. Pa besucht?).

Ich glaube, dass Kinder sehr viel mitbekommen. Bei AE bekommen sie z.B. mit, dass nur Mama sich um sie kümmert (in vielen Fällen, nicht in allen). Zwangsläufig die logische Überlegung: was ist denn, wenn Mami nicht mehr da ist?

Dann werden die Kiddys viel von Geschichten, TV, Erzählungen, Aufgeschnapptem beeinflusst. Die Phantasie tobt sich aus (je nach Kind mehr oder weniger).

Wenn deine Kleine allerdings schon richtige Panikatacken hat und die sich nicht bessern (z.B. nach ruhigen Gesprächen) solltest du wirklich einen Kinderpsychologen in Erwägung ziehen. Vorher vielleicht ein gemeinsames Gespräch mit Papa, bei dem die Kleine vielleicht merkt, dass ihr sie beide sehr lieb habt.

Waren nur so meine Gedanken dazu! Vielleicht kannst du was mit anfangen?

Bettina :roll: [addsig]

Dajole

Anfänger

Beiträge: 1

11

Dienstag, 27. Februar 2007, 18:47

RE: Mama, ich habe angst, dass du stirbst!

Danke für eure postings, und komisch, heute abend war das thema nicht angesagt.... aber das heißt natürlich nicht das es jetzt vorbei ist. vielleicht werde ich morgen tatsächlich noch mal den erziehungsberater vom jugendamt anrufen, der mir schon einige male weitergeholfen hat. jetzt schläft johanna jedenfalls erst mal seelig.

dank!

lg Dagmar[addsig]