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Mittwoch, 1. September 2004, 12:48

Nun auch hier, Bitte eines Trennungskindes an die Eltern

20 Bitten an geschiedene / getrennt lebende Eltern
Wenn die Familie zerbricht, reagieren Kinder meist mit traurigem Schweigen.


1. Vergesst nie: Ich bin das Kind von euch beiden. Ich habe jetzt zwar einen Elternteil, mir dem ich vielleicht öfter zusammen bin und der die meiste Zeit für mich sorgt. Aber ich brauche den anderen genauso.

2. Fragt mich nicht, wen von euch beiden ich lieber mag. Ich habe euch beide gleich lieb. Macht den anderen also nicht schlecht vor mir. Denn das tut mir weh.

3. Helft mir, zu dem Elternteil, bei dem ich nicht ständig bin, Kontakt zu halten.
Wählt für mich seine Telefonnummer oder schreibt die Adresse auf einen Briefumschlag. Helft mir, zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein schönes Geschenk für den anderen zu basteln oder zu kaufen. Macht von den neuen Fotos von mir immer einen Abzug für den anderen mit.

4. Redet miteinander wie erwachsene Menschen. Aber redet. Und benutzt mich nicht als Boten zwischen euch - besonders nicht für Botschaften, die den anderen traurig oder wütend machen.

5. Seid nicht traurig, wenn ich zum anderen gehe . Der, von dem ich weggehe, soll auch nicht denken, dass ich es in den nächsten Tagen schlecht habe. Am liebsten würde ich ja immer bei euch beiden sein. Aber ich kann mich nicht in zwei Stücke reißen - nur weil ihr unsere Familie auseinander gerissen habt.

6. Plant nie etwas für die Zeit, die mir mit dem anderen Elternteil gehört. Ein Teil meiner Zeit gehört meiner Mutter und mir, ein Teil meinem Vater und mir. Haltet euch konsequent daran.

7. Seid nicht enttäuscht oder böse, wenn ich beim anderen bin und mich bei euch nicht melde. Ich habe jetzt zwei Zuhause. Die muss ich gut auseinander halten - sonst kenne ich mich in meinem Leben überhaupt nicht mehr aus.

8. Gebt mich nicht wie ein Paket vor der Haustür des anderen ab. Bittet den anderen für einen kurzen Moment rein und redet darüber, wie ihr mein schwieriges Leben einfacher machen könnt. Wenn ich abgeholt oder gebracht werde, gibt es kurze Momente, in denen ich euch beide habe. Zerstört das nicht dadurch, dass ihr euch anödet oder zankt.

9. Lasst mich vom Kindergarten oder bei Freunden abholen, wenn ihr den Anblick des anderen nicht ertragen könnt.

10. Streitet euch nicht vor mir. Seid wenigstens so höflich miteinander, wie ihr es zu anderen Menschen seid und wie ihr es auch von mir verlangt.

11. Erzählt mir nichts von Dingen, die ich noch nicht verstehen kann. Sprecht darüber mit anderen Erwachsenen, aber nicht mit mir.

12. Lasst mich meine Freunde zu beiden von euch mitbringen. Ich wünsche mir ja, dass sie meine Mutter und meinen Vater kennen und toll finden.

13. Einigt euch fair übers Geld. Ich möchte nicht, dass einer von euch viel Geld hat- und der andere ganz wenig. Es soll euch beiden so gut gehen, dass ich es bei euch beiden gleich gemütlich habe.

14. Versucht nicht, mich um die Wette zu verwöhnen . Soviel Schokolade kann ich nämlich gar nicht essen, wie ich euch beide lieb habe.

15. Sagt mir offen, wenn ihr mal mit dem Geld nicht klarkommt. Für mich ist Zeit ohnehin viel wichtiger als Geld. Von einem lustigen gemeinsamen Spiel habe ich viel mehr als von einem neuen Spielzeug.

16. Macht nicht immer soviel ,,Action mit mir. Es muss nicht immer was Tolles oder Neues sein, wenn ihr etwas mit mir unternehmt. Am schönsten ist es für mich, wenn wir einfach fröhlich sind, spielen und ein bisschen Ruhe haben.

17. Lasst möglichst viel in meinem Leben so, wie es vor eurer Trennung war. Das fängt bei meinem Kinderzimmer an und hört auf bei den kleinen Dingen, die ich ganz allein mit meinem Vater oder meiner Mutter gemacht habe.

18. Seid lieb zu den anderen Großeltern – auch wenn sie bei eurer Trennung mehr zu ihrem eigenen Kind gehalten haben. Ihr würdet doch auch zu mir halten, wenn es mir schlecht ginge! Ich will nicht auch noch meine Großeltern verlieren.

19. Seid fair zu dem neuen Partner, den einer von euch findet oder schon gefunden hat. Mit diesem Menschen muss ich mich ja auch arrangieren. Das kann ich besser, wenn ihr euch nicht gegenseitig eifersüchtig belauert.
Es wäre sowieso am besten für mich, wenn ihr beide bald jemanden zum Liebhaben findet. Dann seid ihr nicht mehr so böse aufeinander.

20. Seid optimistisch. Eure Ehe habt ihr nicht hingekriegt - aber lasst uns wenigstens die Zeit danach gut hinbekommen. Geht mal meine Bitten an euch durch. Vielleicht redet ihr miteinander darüber. Aber streitet nicht. Benutzt meine Bitten nicht dazu, dem anderen vorzuwerfen, wie schlecht er zu mir ist. Wenn ihr das macht, habt ihr nicht kapiert, wie es mir jetzt geht und was ich brauche, um mich wohler zu fühlen.


Ich denk, das schaffen wir leider zu selten, aber wir alle sind lernfähig. grad für und wegen der Kinder.....Liebe Grüsse aus Sachsen....Caosmum

refa

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Beiträge: 1

2

Mittwoch, 1. September 2004, 13:52

RE: Nun auch hier, Bitte eines Trennungskindes an die Eltern

hallo caosmum,
schoen das eine mama das hier rein schreibt, einen vater haette man aeh frau wahrscheinlich wieder einen kopf abgerissen.
Sowieso geht es hier fast ausschließlich nur um beziehungs und geld probleme, Kind bezogene themen fehlen vollstaendig im forum. Gerade im zusammenhang um trennung leiden kinder sehr. Die eltern haben in den wenigsten faellen davon ueberhaupt nur eine ahnung.
gruss aus b
refa

caosmum

Anfänger

Beiträge: 1

3

Mittwoch, 1. September 2004, 20:21

RE: Nun auch hier, Bitte eines Trennungskindes an die Eltern

Hallo Refa, tja, es liegt leider in der Natur des Menschen, sich zuerst, dann die Nachfolger zu besehen. Würden die Kinder sich wirklich artikulieren können und auch ein Forum haben, dann würden wir lieben Eltern ganz schön alt aussehen. Ich les grad hier im Forum Artikel über arme werdenden Väter, wo die Freundinnen die Mütter verteufeln, aber ich les nicht, das sich eine gesunde Beziehung gewünscht wird. Selbst, wenn’s der Vater wöllte. Ich lese aber auch nie, warum wir „Eltern“ meinen ,so zu handeln, weil’s für die Kinder das beste ist, oder doch nur für uns ?Ich weis nicht und ganz ehrlich, ich kann mich auch nicht rausnehmen. Ganz ohne Schuld bin ich auch in dieser Beziehung nicht. Nein, ich bin auch nicht objektiv.
Ich bin grad am WE, zum 2 Geburtstag meines Kindes sehr erschrocken, alle Kinder, die da waren, waren Trennungskinder, davon 2 Kinder auch grad erst 2 Jahre alt. Und die Mütter und Väter gaben sich Tipps, wie man die Umgangszeit minimieren könne und welcher Anwalt in dieser Sache am härtesten ist........ Ich hab festgestellt, dass auch in meiner Umgebung nur noch Scherben sind, sicher, die Familien lassen sich neu zusammensetzen und ich wünsch es allen Kindern, aber, auf wessen kosten?
Ich habe hier in Leipzig, die Möglichkeit, auf Printmedien (sprich einer Familienzeitung) für und gegen Aaleinerziehende zu schreiben und die Reaktionen erschrecken mich. Sicher, ich schreib und lese schon seit Jahren im WWW, aber es hat jetzt für mich einen ganz neuen Charakter. Ich weis auch, lieber ein Ende mit Schrecken, als umgekehrt. Aber, warum zerbricht alles und warum verletzen sich die Menschen, die sich mal geliebt haben.
Schade, dass wir für unsere Kinder keine wirklichen Vorbilder sind. Denn, Vorbild kann auch sein, schwach zu sein und mal nachzugeben und vor allem, mal zurückzustecken.
Aber, ich weis halt auch aus Erfahrung, man sieht vieles erst hinterher, aber die Kinder stecken immer mittendrin und können es hinterher nicht auffangen, sondern WIR müssen sie mittendrin auffangen.

refa

Anfänger

Beiträge: 1

4

Mittwoch, 1. September 2004, 20:42

RE: Nun auch hier, Bitte eines Trennungskindes an die Eltern


Gast

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5

Donnerstag, 18. November 2004, 15:19

RE: Nun auch hier, Bitte eines Trennungskindes an die Eltern

Die 20 Bitten habe ich mir soeben ausgedruckt und werde die meinen Exmann mal zum lesen geben !!!!
Danke dafür, Manuela

Subby

Anfänger

Beiträge: 1

6

Mittwoch, 15. Dezember 2004, 11:11

RE: Nun auch hier, Bitte eines Trennungskindes an die Eltern

Hallo Caosmum !
Als ich deine Aufstellung gelesen hab, war ich am überlegen, ob ich sie nicht kopieren sollte und meinem Ex-Mann schicken sollte. Denn dort stehen so viele Sachen, die hier schief laufen :(
Meine, ich habe mich vor 3 Jahren getrennt. Er hat wieder eine neue Beziehung und sollte doch eigentlich zufrieden und glücklich sein. Warum nur kann er die Trennung nicht akzeptieren ???
Alles, aber auch wirklich alles lässt er über die Kinder laufen (bezügl. Boten) und die Kinder gehen langsam aber sicher dran kaputt. Aber das scheint ihn nicht weiter zu interessieren. Er scheint nur im Auge zu haben, das er mich kaputt machen will. Egal auf welche Art und Weise.
Ich will mich hier nicht Freisprechen. Ich habe und werde bestimmt Fehler machen. Denke davon ist keiner gefeit. Aber man sollte doch wenigstens versuchen, es beim nächstenmal besser zu machen, oder ?!?!
Auf jedenfall Danke dafür :)
Subby<br /><br /><!-- editby --><br /><br /><em>editiert von: Subby, 15.12.2004, 00:13 Uhr</em><!-- end editby --> [addsig]

Gast

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7

Sonntag, 2. Januar 2005, 17:20

RE: Nun auch hier, Bitte eines Trennungskindes an die Eltern

hallo @ all
ich hab auch gedacht es gibt "einvernehmliche" trennungen ... bis ich von meinem ex eines besseren belehrt wurde
er lügt die kinder an und mich dazu ... naja ich hab immer versucht fair zu sein
nur irgendwann ist man die knüppel leid
wieso können erwachsene sich nciht erwachsen und vernünftig verhalten ????
das gilt übrigens für mann und frau
naja die kinder geraten dabei eh als erstes zwischen die mühlsteine ....
desillusionierte alleinerziehende mutter

Gast

unregistriert

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8

Samstag, 12. Februar 2005, 14:57

RE: Nun auch hier, Bitte eines Trennungskindes an die Eltern

Hi,
genauso wie meiner Vorrednerin geht es mir auch. Ist echt schwer, wenn man versucht sich den Kindern und dem Ex gegenüber fair zu verhalten und der Ex einem bei jeder Gelegenheit eine reinwürgt. Mein Mann benutzt die Kinder um mich fertig zu machen, und denkt er macht alles richtig. Er tut genau das Gegenteil von dem, was in den Punkten ganz oben steht. Ich habe ihm diverste Gespräche, Infoschriften usw angeboten. Aber er ist der Meinung, er hätte das nicht nötig. Jetzt habe ich einen Termin bei der Erziehungsberatung weil es mir über den Kopf wächst. Ich bin halt immer die Böse, und beiße mir aber lieber die Zunge ab, als das ich den Kindern etwas schlechtes über den Vater sage. Dabei ziehe ich aber den Kindern gegenüber den Kürzeren. Ich kann euch nur raten sucht euch professionelle Hilfe, alleine ist das nicht zu bewältigen.

Gruß