Hilfe - Vater des Kinds möchte gemeinsames Sorgerecht
Hallo!
Folgendes, der Vater meines Kindes (3 1/2) möchte nach nun 3 1/2 Jahres das gemeinsame Sorgerecht. So wie ich es verstanden habe mit der Begründung, er möchte mehr am Leben des Kindes teilnehmen z.B. bei der Einschulung dabei sein. Ich habe natürlich schon viel recherchiert und bin zu dem Schluß gekommen, dass er unser Kind eigentlich nur mehr sehen möchte und halt bei bestimmten Veranstaltungen dabei sein möchte. Aber dazu benötigt er doch nicht das Sorgerecht.
Unsere Beziehung stellt sich wie folgt dar, damit ihr hier mal einen Überblick habt - ist nämlich nicht so ganz einfach. Das Kind ist quasi aus einer Affaire entstanden. Wir waren niemals richtig zusammen und haben nie eine sogenannte Beziehung geführt. Welche Gründe vorliegen, warum ich schwanger geworden bin, möchte ich aus Schutz des Vater nicht darlegen. Als wir uns für das Kind entschieden haben bzw. als ich von der Schwangerschaft erfahren habe, war die Affaire auch bereits beendet.
Ich habe mich trotzdem immer bemüht, dass der Vater was von der Schwangerschaft mitbekommt, allerdings war da unser Verhältnis mehr oder weniger schon unterkühlt.
Als unser Kind dann geboren war, habe ich dem Vater immer die Möglichkeit gegeben unser Kind zu sehen, allerdings wurde das nicht regelmäßig vom Vater ausgeführt.
Da ich zu der Zeit noch mit jemand anderen zusammengelebt habe, war es nie so, dass der Vater unser Kind in meiner Wohnung gesehen hat. Meist ist er mit dem Kind spazieren gegangen oder er hat es bei meinen Eltern gesehen. Auch bin ich mal mit dem Kind bei ihm gewesen.
Irgendwann bin ich für 10 Stunden die Woche wieder angefangen zu arbeiten (als unser Kind ca. 8 Monate alt war). Da war morgens das Kind bei meiner Mutter. Da der Vater Wechselschicht hatte, hatten wir ihm gesagt, dass er zu der Zeit immer kommen kann, nur dies wurde kaum wahrgenommen.
Als unser Kind 2 Jahre alt war, bin ich angefangen ca. 25 Stunden zu arbeiten. Da haben wir zwei feste Nachmittage die Woche abgemacht, an denen er kommt und mit unserem Kind spielen kann oder spazieren geht... Zum Abholen hätte sich die Zeit nicht gelohnt, da er mit Abholen und Zurückbringen ca. eine Stunde unterwegs gewesen wäre (dabei wäre eine effektive Zeit von einer, vielleicht auch eineinhalb Stunden rumgekommen). Diese Tage wurden aber nicht immer bzw. regelmäßig wahrgenommen, oft auch am selben Tag abgesagt. Auch gab es mal eine Phase, wo er sein Kind fast 4 Monate nicht gesehen hat,da war er vielleicht 2-3mal zwischendurch da - ein Krankheitsfall in der Familie lag in der Zeit. Allerdings kann ich dies nicht nachvollziehen, da er sich schließlich trotzdem um sein Kind kümmern sollte. Ginge mir ja nicht anders... da kann ich auch nicht sagen, es geht gerade nicht. Diese wöchentliche Festlegung haben wir bis letzen Sommer betrieben, denn dann kam unser Kind in den Kindergarten. Da ich aber wieder mehr arbeiten will und auch muss, geht unser Kind in 45 Stunden Buchung in den Kindergarten, wobei dann die 2 Wochentage Vaterbesuch wegfallen. Der Vater hat dann aber selbst vorgeschlagen, dass er unser Kind alle zwei Wochen einen Tag am Wochenende abholen möchte. Das haben wir bis jetzt so gemacht. Nun kam er aber damit, dass er unser Kind von Samstag bis Sonntag mitnehmen möchte und das gemeinsame Sorgerecht, weil er am Leben des Kindes teilnehmen möchte. Ich möchte das auf keinen Fall. Es gibt noch ne Menge an Gründe, die es für mich nicht möglich machen, dass Sorgerecht zu teilen. Er kann sein Kind eigentlich immer sehen, wenn er es möchte. Bisher habe ich vielleicht nur mal einen Tag, den er wollte, auf einen anderen verschoben, aber ich habe ihm nie verboten unser Kind zu sehen oder es zu holen sowie ich unser Kind ihm "unterschlagen" habe.
Ich empfinde unser Verhältnis nicht so, dass es ein gemeinsames Sorgerecht quasi rechtfertigt.
Die ganze Zeit war ich mit dem Kind alleine und musste unseren Alltag so regeln, dass es für mich bzw. uns ohne große Hilfe oder Abhängingkeiten machbar ist.
Da ein gemeinsames Sorgerecht scheinbar viel mit Unterschriften und Entscheidungsfindungen zusammenhängt, sehe ich keinen Vorteil bei mir dem Vater das zu geben.
Wie schon erwähnt, ich verstehe nicht, was genau er mit einem gemeinsamen Sorgerecht erreichen möchte,
da er damit auch nicht mehr am Leben vom Kind teilnimmt als vorher... handelt es sich hier nicht viel mehr um das Umgangsrecht? Oder könnte er mit einem gemeinsamen Sorgerecht bestimmen, wann er das Kind sehen möchte? Ist es nicht auch so, dass er dann seine Einwilligung geben muss, wenn ich mit dem Kind in den Urlaub möchte? Auch hält er sich bis heute nicht daran, dass unser Kind z.B. Mittagsschlaf machen sollte, da es abends sonst unerträglich ist... Unser Kind bekommt da auch ständig mittags fast nur Pfannekuchen zu essen. Mir ist eine gesunde Ernährung sehr wichtig! Ich habe schon Essensvorschläge gemacht, aber passiert ist nichts.
Auch ist es mal vorgekommen, dass ich eine Sms bekommen habe, wir kommen eine halbe Stunde später. Was mir nicht so gefiel, da ich unser Kind ohne Mittagsschlaf eher ins Bett bringen möchte. Nun ja, ich habe es toleriert und nichts gesagt. Dann wurde mir beim Wiederbringen gesagt, dass unser Kind schon gegessen hätte, die waren beim McDonalds. Darüber war ich natürlich sauer, da ich doch auch vorher darüber infomiert werden konnte. Auch bin ich mir nicht sicher, ob es gut ist, wenn unser Kind nun aufeinmal bei seinem Vater übernachtet. Und wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich mir nicht mal sicher, wenn unser Kind nach mir jammert und nach Hause möchte, er es auch bringt.
Unser Kind ist eigentlich fast immer total aufgedreht, wenn es beim Vater war oder ihn gesehen hat.
Es gibt noch ne Menge Aspekte bzw. Erlebnisse, die meiner Meinung nach nicht so ok sind.
Auch als unser Kind zu laufen angefangen ist, steht der Vater auf dem Bürgersteig und unterhält sich, unser Kind steht dabei schon mitten auf der Straße. Sowas ist schon häufiger vorgekommen.
Auch wollte unser Kind beim letzten Besuch Laufrad fahren, wir haben das extra eingepackt, und dann stellte sich heraus, dass unser Kind das wollte, der Vater aber meinte, machen wir später und hat unser Kind dann aber nach Hause gebracht.
Sind das vielleicht auch Argumente, die ich vor Gericht vorbringen kann? Denn ich bin mir sicher, dass der Vater das gemeinsame Sorgerecht einklagen wird. Ich werde es ihm nicht freiwillig geben!
Steigt hier einer durch meine Schreiberei und kann mir helfen?
Viele Grüße,
tribue